Meine Geschichte

Ich bin Peter von Orb und man kennt mich Land auf und Land ab. Damals nannte mich die Obrigkeit einen Räuber, Wildschütz oder Dieb. Das Volk jedoch verehrte mich als einer der ihren. Gerne nahm ich es von den Reichen und gab es den Armen.

Geboren wurde ich am 29.6.1619, dem Namenstag des Heiligen Simon Petrus, dessen Namen ich dann auch bekam. Meine Mutter Maria arbeitete als Küchenmagd bei Junker Heinrich Faulhaber, einem nicht ganz so wohlhabenden Ritter in Orb, der im Freihof lebte.

Da meine Mutter nicht verheiratet war und Junker Heinrich sich in meinen jungen Jahren immer sehr um mich gekümmert hat, war er wahrscheinlich mein Vater. Meine Mutter hat es mir nie erzählt und hat das Geheimnis mit in ihren viel zu frühen Tod genommen.

Die Wirren des großen 30-jährigen Krieges haben mich recht bald aus meinem Geburtsort weggeführt, in dem ich schon als 10-jähriger als Knecht und später als Holzhauer und Sälzer arbeitete. Eine Weile war ich in Gelnhausen und später dann in Hanau. Dort hatte ich das Glück einen recht seltsamen jungen Mann kennen zu lernen, der auch aus dem Spessart kam. Sie nannten ihn Simplicius Teutsch und er war ein recht einfacher Geist. Wir freundeten uns an und waren am Hof des Governeurs Jacob von Ramsey als Pagen tätig. Doch dazu erzähle ich an anderer Stelle später gerne mehr.

Nach Ende des großen Krieges kam ich wieder zurück in mein geliebtes Orb. Ich musste sehen, das der Krieg und die Pest einem großen Teil der Bürger das Leben kostete. Nur wenige Familien waren verschont geblieben. Einige Nachkommen dieser Familien sind heute noch in Orb ansässig.

Eine kurze Zeit lang ging ich dann dem Handwerk des Spessart-Räubers nach, weil für meine eigentliche Leidenschaft, dem Bierbrauen, keine Gelegenheit blieb. Ich musste mich bei Köhlern, Fuhrleuten, Holzhauern und in dunklen Ecken des Spessart verstecken und meine Bande und unsere Räuber-Bräute hatte es nicht leicht.

Ein treuer Begleiter an meiner Seite ist mein Fuchs. Ich habe ihn einst als Welpen im Wald gefunden und großgezogen. Heute begleitet er mich auf Schritt und Tritt und unterstützt mich bei der Jagd und anderen Dingen.

Doch leider haben mich seinerzeit die Soldaten des Grafen erwischt und mir einen kurzen Prozess gemacht. Ich wurde zum Tode durch verhungern verurteilt und im Wartturm meiner Heimatstadt Orb eingemauert. Bereits nach wenigen Tagen hat mich mein treuer Fuchs gefunden und unter den Mauern des Turms freigegraben. Gemeinsam haben wir dann der Heimat im Spessart für fast 400 Jahre lebe wohl gesagt und jetzt sind wir wieder da.

Nun bin ich ein freier Mann, denn alle meine Vergehen sind verjährt. Ich hatte viel Zeit, um mich mit der Herstellung von Bier zu befassen, ich habe die Köhlerei erlernt und eine Menge leckere Produkte aus den tiefen Wäldern des Spessarts und meiner Heimatstadt Orb zusammengetragen.

Ich freue mich nun darauf, Euch allen das feine Spessart-Bier als süffiges HELLES und die anderen Delikatessen vorzustellen.

Euer „Peter von Orb“